BILDILLUSION / Andreas Alfons Werner

3D-Entwurf:

Grifflose Küche im Wellen-Design

geschützter Design-Entwurf von Andreas Alfons Werner, 2024

Mit Video!

Ich erläutere die Eigenschaften meines Design-Entwurfs im Video. Alle Details können Sie außerdem auf dieser Seite nachlesen.

Die perfekte Welle ?

Durch das geschwungene Design der gefrästen Griffleisten jeder einzelnen Front entsteht ein abwechslungsreiches Wellenmuster.
Anders als bei geraden Griffleisten ist hier die sichtbare Fläche hinter der gefrästen Phase erheblich größer, zeigt mehr Material, was als Gestaltungsmerkmal genutzt wird, durch Absetzen mit unterschiedlicher Farbe oder Material. Entstanden ist eine Formensprache mit Alleinstellungsmerkmal, simpel und doch auffällig, mit hohem Wiedererkennungswert.

Schutzansprüche Und Lizenzen

Das Design wurde von mir beim Deutschen Patent- und Markenamt angemeldet (Aktenzeichen 402024200099.4)
Eine Lizenzierung an einen Küchenhersteller ist vorstellbar – zunächst aber freue ich mich einfach über Feedback aus der Branche. Falls Sie vom Fach sind und diese Zeilen lesen, nehmen Sie bei Interesse Kontakt zu mir auf.

Der Arbeitstitel dieses Entwurf lautet „Onda“ (la onda, ital. Welle). Der Name ist nicht geschützt.

Ein Versehen als Glücksfall

Für ein freies Projekt nahm ich mir die Gestaltung einer grifflosen Küche vor und begann mit einer einfach Front. Normalerweise benötigt man nur einen oder zwei Splines, um ein gefrästes Profil in 3D zu simulieren.  Versehentlich duplizierte ich einen überflüssigen Spline zwischen den ersten beiden und verschob ihn gleichzeitig. Dadurch ergab sich eine interessante Form. 
An beliebiger Stelle konnte ich meinen „Fehler“ wiederholen und den Verlauf der Griffleiste absenken, indem ich ein paar Punkte verschob. Eine Funktion des 3D-Programms interpolierte die Übergänge automatisch, so dass eine Kurve entstand. Hinweis: Diese Kurve ist noch nicht perfekt und müsste später durch eine andere Methode ersetzt werden – hier im Entwurf erlaubt sie jedoch eine schnelle Veränderung des Designs bei Bedarf.

In der realen Welt kann ein solches Profil leicht mit CNC gefräst werden. Details sind zu klären (Überlegungen dazu weiter unten).

Die Welle im Raster

Das Entscheidende an der neuen Gestaltung: Über alle Fronten hinweg konnte ich so längere oder durchgehende Wellen erzielen. Dieses Design ist bei Küchenfronten de facto neu.

Auch entwarf ich eine Variante mit Winkeln anstelle von Kurven (stilisierte Welle).

Stichwort Küchenplanung

Letztendlich lassen sich mit nur 2 bis 3 verschiedenen Formen pro Breite (40, 60, 80 cm etc.), deren Anschlüsse zueinander passen, harmonische Küchenfronten in Wellenform erzielen. Unterbrechungen entstehen durch unterschiedlich hohe Schubladen und Türen – und sind bewusster Teil der Gestaltung. 

Diese Modulbauweise stellt eine gewisse logistische Herausforderung dar, könnte aber (falls die Produktion gelingt) durch Integration in Küchenplanungssoftware gemeistert werden.

Zusammensetzung der Fronten

Bei grifflosen Küchen üblich, werden waagerechte Griffleisten ins Material gefräst. Bei normalen, geraden Griffleisten ist der Aufwand relativ gering. Beim Wellendesign müsste der Fräskopf in einer Kurve bewegt werden. 

Wenn man die Gesamtfläche hinter der Griffmulde ausfräst, müsste anschließend für
eine andersfarbige Lackierung des hinteren Teils eine temporäre Abdeckung zum Einsatz kommen. Zu dieser Vollausfräsung gibt es Alternativen.

Zwei Komponenten-Front

Statt vollflächig auszufräsen, setzt man die Fronten aus zwei Komponenten zusammen. Die in der Abbildung graue Fläche nenne ich „Blende“. Ist die Blende separat, könnte sie aus anderem Material bestehen. Eine Blende aus gebürstetem Aluminium wirkt anders als z.B. eine aus terrazzo-artig gemaserter Hartfaserplatte oder mit Dekorfolie laminierte Kunststoffplatte oder Glas. Die Abbildung zeigt an Position 2.) die wahrscheinlich beste Variante: Die Teilausfräsung für die Blende auf der Rückseite der vorderen Front spart ggf. Material im Vergleich zu einer vollflächigen Blende (siehe Position 1.)

Funktioniert in allen Größen

Ikonografisches Design ist selten. Ist das hier der Fall? Ganz sicher ist eine Formgebung mit hohem Wiedererkennungswert geglückt, die sowohl im kleineren Format (Kochinsel) als auch für Küchenzeilen in epischer Breite funktioniert, sogar gegenläufig an der Unterseiten der Türen von Schränken und Hängeschränken (siehe Abbildung).

Bei der technischen Umsetzung sind einige Fragen zu klären, z.B. die Fräsung der Wangen bzw. Seitenteile an der vorderen Kante. Darin besteht immer die Herausforderung der Branche bei Innovationen, keine Frage. 

Variantenreich

Interessant ist auch: Es scheint als würde sich das Wellendesign gut zur Materialvariabilität mit unterschiedlichen Fronten eignen, nicht nur für die Blende (sichtbarer Teil hinter der gefrästen Giffleiste).
Durch die Welle bleibt stets eine optische Verbindung in der Horizontalen bestehen, auch wenn das Material zwischendurch absichtlich wechselt.

Winkel statt Kurven möglich

Theoretisch ist die Kurvenform des Fräsverlaufs in Frequenz und Amplitude variabel  – von Sinuswelle bis Sägezahn. 
Eine Sonderform stellt die stilisierte Welle dar, die nur aus Winkeln besteht (Beispiel Kochinsel, siehe Abbildungen).

Fazit

Aus meinem Vorhaben, lediglich ein Objekt zur experimentellen Visualisierung zu gestalten, ist ein ernstzunehmendes Design geworden. Es unterscheidet sich deutlich von Bestehendem – und sollte es polarisieren (womit ich rechne), wäre das ein Zeichen, das es aufmerksamkeitsstark ist. Und das ist ein Verkaufsvorteil in bestimmten Segmenten und Preisklassen, das weiß jeder Marketingmanager.

Kontakt

Sollte sich ein Küchenhersteller für meine Gestaltung begeistern, bin ich gerne bereit, Weiteres im Detail zu besprechen. Meine Kontaktdaten finden Sie am Ende dieser Seite oder im Kontaktformular.

Musik, die in diesem Video verwendet wurde / Music used in this video:

„Ambient Gold“, by senpai, https://www.senpai.tv/streambeats/